Unterschied bei Bremsscheiben
Wer beim Erneuern der Bremsen im Onlineshop oder beim Teilehändler stöbert, stolpert unweigerlich über die Bezeichnungen „beschichtet“ und „unbeschichtet“. Doch wo genau liegt der Unterschied bei Material, Montage und Haltbarkeit? Hier sind die wichtigsten Fakten und Praxis-Tipps.
Unbeschichtete Bremsscheiben: Der ölige Klassiker
Bremsscheiben bestehen im Kern aus Grauguss. Dieses Material ist extrem anfällig für Rostbildung. Um zu verhindern, dass die Scheiben schon im Karton vor sich hin rosten, werden unbeschichtete Exemplare ab Werk mit einem dicken Konservierungsöl oder Transportfett überzogen.
- Die Vorbereitung: Vor der Montage ist Handarbeit angesagt. Die Scheiben müssen zwingend gründlich entfällt werden. Dafür sprüht man die Reibflächen großzügig mit Bremsenreiniger ein und wischt sie mit einem sauberen Tuch ab, bis absolut kein Ölfilm mehr spürbar ist.
- Das Risiko: Bleibt das Öl auf der Scheibe, zieht es beim ersten Bremsen direkt in die neuen Bremsbeläge ein. Die Beläge verglasen dadurch, werden unbrauchbar und die Bremswirkung sinkt drastisch.
- Die Optik: Nach dem Einbau sind die Scheiben schutzlos. Der Scheibentopf (das Mittelteil) und der Außenrand setzen meist schon nach dem ersten Regen deutlichen Flugrost an.
Beschichtete Bremsscheiben: Die saubere Lösung
Bei dieser Variante geht der Hersteller einen moderneren Weg. Statt eines klebrigen Ölfilms erhält die komplette Bremsscheibe ab Werk eine hauchdünne, meist graue oder silberne Schutzschicht (häufig Geomet, Zink-Thermolack oder Alu-Silber).
- Die Vorbereitung: Beschichtete Bremsscheiben sind „Ready to fit“ – also sofort einbaufertig. Das mühsame Schrubben mit Bremsenreiniger entfällt, da sich ab Werk kein Öl auf der Scheibe befindet. Die Lackschicht auf der eigentlichen Reibfläche reibt sich auf den ersten Metern beim Einfahren der Bremse von ganz alleine ab.
- Langzeit-Rostschutz: Der größte Pluspunkt zeigt sich nach dem Einbau. An den Stellen, wo der Bremsbelag nicht anliegt (Scheibentopf, Außenrand, Innenbelüftung), bleibt die Schutzschicht dauerhaft bestehen. Die Bremse rostet nicht mehr unansehnlich vor sich hin.
- Leichterer Radwechsel: Die Beschichtung auf der Auflagefläche zur Radnabe verhindert zudem zuverlässig, dass die Felge im Laufe der Zeit festbackt. Der saisonale Radwechsel geht dadurch deutlich leichter von der Hand.
Ein wichtiger Praxis-Tipp zur Montage
Auch wenn beschichtete Scheiben direkt aus dem Karton ans Auto wandern dürfen, gibt es eine Ausnahme: Die berüchtigten Fettfinger.
Wenn man während der Montage mit öligen Händen, schmutzigen Handschuhen oder etwas Montagepaste an die Reibflächen der Scheibe greift, sollte man diese Stellen vor der Probefahrt trotzdem kurz mit Bremsenreiniger abwischen. Die werkseitige Beschichtung schützt das Metall zwar vor Rost, aber Schmutz und Fett von außen gehören niemals zwischen Scheibe und Bremsbelag.
Fazit: Was lohnt sich mehr?
Der Preisunterschied zwischen beiden Varianten ist mittlerweile minimal und liegt oft nur bei 5 bis 15 Euro pro Satz. Wer die Bremsen selbst wechselt oder großen Wert auf eine gepflegte Optik hinter offenen Alufelgen legt, sollte immer zu den beschichteten Bremsscheiben greifen. Man spart sich Zeit, schmutzige Lappen beim Entfetten und ärgert sich nicht nach wenigen Wochen über rostige Scheibentöpfe.
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