Windows-Leistungsindex auslesen: Der versteckte Benchmark (Anleitung)
Viele Windows-Nutzer erinnern sich noch an die Zeiten von Windows 7, als eine kleine Zahl in den Systemeigenschaften stolz präsentierte, wie „stark“ der eigene Rechner ist. Mit dem Einzug von Windows 10 und 11 ist die grafische Oberfläche des Windows Experience Index (WEI) verschwunden – aber das Tool dahinter existiert noch immer.
Wer wissen will, wo der Flaschenhals im System steckt, muss heute nur einen kleinen Umweg über die Konsole nehmen. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie ihr den Leistungsindex per PowerShell auslest oder komplett neu berechnet.
Warum sollte man den Leistungsindex heute noch nutzen?
Auch wenn moderne Benchmarks wie Cinebench oder 3DMark deutlich detaillierter sind, bietet der Windows-interne Score einen entscheidenden Vorteil: Er misst die Balance des Systems. Da der Gesamtwert immer durch die schwächste Komponente bestimmt wird, sieht man sofort, ob beispielsweise eine alte HDD eine ansonsten moderne CPU ausbremst.
Schritt 1: Den aktuellen Score abrufen
Falls Windows im Hintergrund bereits eine Bewertung vorgenommen hat, könnt ihr diese mit einem einzigen Befehl in der PowerShell (einfach im Startmenü suchen) abrufen:
PowerShell
Get-CimInstance Win32_WinSAT
Die Ausgabe zeigt euch verschiedene Werte auf einer Skala von 1,0 bis 9,9. Die wichtigsten Felder sind:
- CPUScore: Rechenleistung des Prozessors.
- MemoryScore: Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers (RAM).
- DiskScore: Datentransferrate der Festplatte.
- GraphicsScore: Leistung für Desktop-Anwendungen.
- WinSPRLevel: Die Gesamtnote (der niedrigste Einzelwert).
Schritt 2: Den Benchmark manuell starten
Sind die Werte veraltet oder zeigt die Konsole nichts an, könnt ihr den Test manuell erzwingen. Hierzu müsst ihr die PowerShell als Administrator starten.
Gebt folgenden Befehl ein:
PowerShell
winsat formal
Nun öffnet sich ein separates Konsolenfenster, in dem Windows verschiedene Stresstests durchführt. Das System bewertet nun nacheinander die Schreibgeschwindigkeiten, die Direct3D-Fähigkeiten und die CPU-Kompression.
Hinweis: Während des Tests kann der Bildschirm kurz flackern und die Lüfter könnten hochdrehen. Das ist völlig normal.
Die Ergebnisse richtig interpretieren
Sobald der Test durchgelaufen ist, könnt ihr den Befehl aus Schritt 1 erneut nutzen, um die frischen Zahlen zu sehen. Für eine sauber formatierte Tabelle in der PowerShell nutzt diesen Befehl:
PowerShell
Get-CimInstance Win32_WinSAT | Select-Object CPUScore, MemoryScore, GraphicsScore, D3DScore, DiskScore, WinSPRLevel | Format-Table
| Score-Bereich | Einordnung |
| 1,0 – 3,9 | Ausreichend für Office und Web-Browsing. |
| 4,0 – 6,9 | Solide Performance für Multitasking und HD-Medien. |
| 7,0 – 9,9 | High-End-Bereich, ideal für Gaming, Videoschnitt und SSD-basierte Systeme. |
Fazit
Der Windows-Leistungsindex ist ein schnelles, bordeigenes Diagnose-Tool ohne Installationszwang. Wer gerade eine neue SSD eingebaut oder seinen RAM aufgerüstet hat, kann so in Sekunden verifizieren, ob das System die neue Hardware voll erkennt und in Leistung umsetzt.
Viel Spaß beim Benchmarken! Hast du einen Wert von 9,9 erreicht? Schreib es uns in die Kommentare!
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