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Ich habe selbst hand angelegt statt mehere 100€ in der Werkstatt zu zahlen.

Von der Diagnose bis zur Lösung: Wie man mit kleinem Budget und viel Geduld ein nerviges Problem am 18 Jahre alten Klassiker löst.

Ein BMW mit über 400.000 Kilometern auf der Uhr erzählt Geschichten. Jedes Geräusch, jede Fehlermeldung ist ein Hinweis auf ein langes Leben auf der Straße. Kürzlich meldete sich mein „Dauerläufer“ mit zwei Symptomen zurück: Sporadische Ausfälle der Lüftung und die berüchtigte Meldung des Power Managements: „Erhöhte Batterieentladung“.

In diesem Artikel zeige ich euch, warum das Klopfen gegen das Armaturenbrett kein Dauerzustand ist und wie der Austausch des Gebläsemotors nach fast zwei Jahrzehnten das Bordnetz entlastet.


1. Die Ausgangslage: Wenn die Elektronik „Stop“ sagt

Das Problem kündigte sich schleichend an. Zuerst gab es Probleme mit der Bordspannung während der Nachrüstung einer Android-Rückfahrkamera. Die Batterie sackte auf kritische 4 % Restkapazität ab. Kurz darauf streikte das Gebläse – interessanterweise meist dann, wenn der Wagen warm war.

Das Phänomen: Klopfte man leicht gegen die Verkleidung, lief der Lüfter manchmal wieder an. Das ist das klassische Symptom für mechanisch am Ende befindliche Kohlebürsten im Elektromotor.


2. Die Ursachenforschung: Der Blick ins Innere

Nach dem Ausbau des alten Motors wurde sofort klar, warum das Power Management rebellierte. Die folgenden Aufnahmen dokumentieren den Zustand nach 18 Jahren Dienstzeit:

A. Der Kohleabrieb – Ein schleichender Kurzschluss

Der feine schwarze Staub, den ihr hier seht, ist purer Graphit. Über 400.000 km haben sich die Kohlebürsten regelrecht pulverisiert. Dieser Staub ist leitfähig. Er verteilt sich im gesamten Motorgehäuse und sorgt für Kriechströme, die das Power Management als „unzulässige Entladung“ registriert.

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B. Der Kollektor – Verbrannt und eingelaufen

Der Kollektor (das Gegenstück zu den Kohlen) war nicht mehr kupferfarben, sondern schwarz verkrustet. Durch die Hitzeentwicklung bei schlechtem Kontakt entstehen Lichtbögen (Bürstenfeuer), die das Metall verbrennen. Das erklärt auch den Ausfall bei Wärme: Das Material dehnt sich aus, der Kontakt reißt an den verbrannten Stellen endgültig ab.

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3. Die Reparatur: 3,5 Stunden gegen das spröde Plastik

Bei einem 18 Jahre alten BMW ist die größte Herausforderung nicht die Technik, sondern das Material. Kunststoffclips werden nach fast zwei Jahrzehnten spröde wie Glas.

Checkliste für den erfolgreichen Einbau

  • Wärme nutzen: Plastikverkleidungen im Innenraum vor dem Hebeln leicht anwärmen (Föhn), um Brüche zu vermeiden.
  • Magnet-Einsatz: Schrauben beim Ansetzen am Bit mit etwas Klebeband sichern oder die Teleskop-Magnetstange bereithalten.
  • Freigängigkeit prüfen: Bevor alles verschlossen wird, das neue Lüfterrad von Hand drehen und kurz auf kleiner Stufe testen.
  • Batterie-Pflege: Nach dem Einbau (Türen waren lange offen!) die Batterie voll aufladen, damit das Power Management den IBS-Status aktualisieren kann.
  • Ersatzteil: Gewählt wurde ein Neuteil von NTY (Ewn-BM-001). Mit einem Preis von . 32,00 € eine absolut zeitwertgerechte Entscheidung.
  • Werkzeug-Helfer: Ohne eine lange Torx-Verlängerung und eine Magnet-Teleskopstange zum Auffangen flüchtiger Schrauben wäre die Arbeit machbar gewesen,aber etwas fummelig.
  • Zeitaufwand: 3,5 Stunden. Das klingt viel, ist aber bei vorsichtiger Arbeitsweise (um keine Verkleidungen zu zerbrechen) völlig angemessen.

4. Das Ergebnis: Stabile Spannung, frische Luft

Nach dem Einbau des neuen Motors ist der Unterschied sofort spürbar. Das Gebläse läuft kraftvoll und ohne Schwankungen.

Wichtiger Hinweis zum Power Management: Da die Türen während der Reparatur lange offen standen, erschien erneut die Meldung „Erhöhte Batterieentladung“. Dies ist jedoch nach so einer Aktion normal, da die Steuergeräte nicht in den Schlafmodus gehen konnten. Nach einer langen Fahrt oder einer Nacht am Ladegerät verschwindet diese Meldung, da der neue Motor deutlich effizienter läuft und keine Kriechströme mehr verursacht.

4.1 Technische Daten & Checkliste

Produktdaten des Ersatzteils

MerkmalDetails
Hersteller / ModellNTY / Ewn-BM-001
Passend fürBMW 5er (E60/E61), 6er (E63/E64)
Preisca. 32,00 €
Laufleistung Altteil402.000 km

Fazit für Nachahmer

Wenn euer BMW die 400.000 km Marke knackt und die Lüftung zickt: Spart euch das Geld für den teuren Original-Service. Mit etwas handwerklichem Geschick, einer 32-Euro-Investition und viel Geduld beim Umgang mit dem alten Plastik lässt sich das Problem dauerhaft lösen.

Mein Tipp: Behaltet das Power Management im Auge – es ist oft der erste Indikator für mechanische Defekte an elektrischen Bauteilen!


Hier alle Bilder des Umbau von alt zu neu


Hier ist die aktualisierte und detaillierte Ein- und Ausbauanleitung für deine Seite. Diese Version ist speziell auf die Position hinter dem Radio / Armaturenträger zugeschnitten, was die 3,5 Stunden Arbeitszeit bei deinem BMW absolut erklärt.


Anleitung: Gebläsemotor-Wechsel beim BMW (Zentrale Position hinter dem Radio)

Erforderliches Werkzeug & Vorbereitung

  • Torx-Schraubendreher-Set (besonders T15 und T20).
  • Lange Verlängerung für die Ratsche.
  • Magnet-Teleskopstange (um Schrauben im tiefen Schacht zu sichern).
  • Kunststoff-Demontagekeile (um das 18 Jahre alte Interieur zu schützen).
  • Neuteil: z. B. NTY Elektromotor Ewn-BM-001.

Schritt 1: Demontage der Mittelkonsole

Um an den Einbauort heranzukommen, muss das Zentrum des Armaturenbretts freigelegt werden:

  1. Zierleisten entfernen: Mit den Kunststoffkeilen die Dekorleisten vorsichtig abhebeln. Achtung: Altes Plastik bricht leicht!
  2. Klimabedienteil & Radio: Die Schrauben der Steuereinheiten lösen, Stecker abziehen und die Geräte sicher beiseitelegen.
  3. Handschuhfach & Verkleidungen: Um genug Bewegungsfreiheit für die Hände und das Werkzeug zu haben, müssen oft auch das Handschuhfach und die unteren Verkleidungen im Beifahrerfußraum weichen.
  4. Schaltzentrum freilegen: Die Abdeckung um den Schalthebel/Wählhebel und den iDrive-Controller muss ausgeclippt werden.
  5. Befestigungspunkte lösen: Die Mittelkonsole ist an mehreren Stellen verschraubt – oft versteckt unter der Armlehne, im hinteren Aschenbecherbereich und vorne im Fußraum unter kleinen Plastikkappen.
  6. Verschieben: Du musst die Konsole nicht zwingend komplett aus dem Auto heben, aber sie muss gelöst und ein Stück nach hinten gezogen werden. Erst dann hast du genug Spielraum, um die unteren Verkleidungen des Armaturenträgers weit genug zu öffnen, um an den Motor heranzukommen.

Schritt 2: Den Gebläsekasten öffnen

Der Motor sitzt tief im Gehäuse der Heizungs- und Klimaanlage:

  1. Luftführungen: Die Kunststoffkanäle, die den Luftstrom verteilen, müssen teilweise gelöst oder zur Seite gedrückt werden.
  2. Gehäusedeckel: Entferne die Schrauben des hinteren Gehäusedeckels. Hier ist die lange Verlängerung wichtig, um die tief sitzenden Fixierungen zu erreichen.

Schritt 3: Ausbau des alten Motors (Die 2-Schrauben-Hürde)

Der Motor ist nicht nur gesteckt, sondern fest arretiert:

  1. Die Sicherungsschrauben: Der Gebläsemotor ist mit zwei Torx-Schrauben direkt am Träger fixiert. Diese müssen zuerst raus, bevor sich etwas bewegt.
  2. Entriegeln: Drücke die Kunststoff-Arretierungslasche (Sperrklinke) leicht nach unten.
  3. Herausnehmen: Drehe den Motor leicht aus seiner Verankerung und fädle ihn vorsichtig am Querträger des Armaturenbretts vorbei nach draußen.

Diagnose-Tipp: Achte auf schwarzen Staub im Gehäuse. Das ist leitfähiger Kohleabrieb, der oft für die Meldung „Erhöhte Batterieentladung“ mitverantwortlich ist.

Schritt 4: Einbau des neuen Motors

  1. Reinigung: Nutze die Gelegenheit und sauge den Schacht aus, um den alten Graphitstaub zu entfernen.
  2. Einsetzen: Führe den neuen NTY-Motor vorsichtig ein. Achte darauf, dass die Schaufelräder frei drehen können.
  3. Fixierung: Drehe den Motor in die Endposition, bis die Lasche einrastet, und drehe die zwei Sicherungsschrauben wieder fest. Nutze hier den Magneten, damit die Schrauben nicht im Armaturenbrett verschwinden.
  4. Verkabelung: Schließe die Stecker wieder an und mache einen kurzen Funktionstest, bevor du alles wieder zusammenbaust.

Das ist ein entscheidender Punkt für die Anleitung, da der neue Motor ohne den Gebläseregler (Igel) geliefert wird. Der Transfer dieses Bauteils ist oft der Moment, in dem man die meiste Geduld braucht, um keine Plastikclips abzubrechen.

Hier ist der ergänzte Abschnitt für deine Anleitung:


Sonderkapitel: Der Transfer der Gebläseendstufe (Igel)

Da der neue NTY-Motor als reines Aggregat ohne Steuerelektronik geliefert wird, muss der sogenannte „Igel“ (Gebläseregler) vom alten Gehäuse auf das neue umgebaut werden.

  1. Demontage am Altteil: Der Igel ist meist mit ein oder zwei kleinen Schrauben am Motorgehäuse fixiert oder in eine Kunststoffführung geclippt.
  2. Vorsicht bei den Kabeln: Die kurzen Kabelwege zwischen Igel und Motor müssen vorsichtig gelöst werden. Achte auf die Farbe der Kabel (meist Rot/Schwarz), damit die Polung am neuen Motor exakt identisch übernommen wird.
  3. Reinigung der Kühlrippen: Da der Igel seinen Namen von den langen Aluminium-Kühlstiften hat, solltest du diese vor dem Umbau kurz abwischen oder ausblasen. Nach 402.000 km sitzt dort oft der leitfähige Kohleabrieb des alten Motors fest.
  4. Montage am Neuteil: Setze den Igel in die vorgesehene Aussparung am neuen Gehäuse ein. Achte darauf, dass er fest sitzt und die Kabel so verlegt sind, dass sie später nicht an den rotierenden Schaufelrädern schleifen können.
  5. Stecker-Check: Prüfe die Kontakt-Pins am Igel. Wenn diese leicht verschmort aussehen (was bei einem schwergängigen alten Motor durch die Hitze passieren kann), ist jetzt der perfekte Moment für einen Tropfen Kontaktspray.

Warum dieser Schritt so wichtig ist:

Ohne den Igel lässt sich das Gebläse nicht über das Klimabedienteil steuern. Wenn du den Igel vom alten Motor übernimmst und alles wieder montiert ist, ist der Stromkreis wieder geschlossen.


Abschlusstipp: Power Management

Da bei dieser Arbeit die Türen oft stundenlang offen stehen, wird dein BMW danach sehr wahrscheinlich eine Batterie-Warnung anzeigen. Das ist nach 3,5 Stunden Arbeit normal. Fahre das Fahrzeug mindestens 30 Minuten am Stück oder hänge die Batterie über Nacht an ein Ladegerät, damit das System den neuen, leichtgängigen Motor korrekt registriert.


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Author: Blackscenic

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